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REWIMET-Symposium


Olaf Lies, Chef des Umweltressorts in Niedersachsen, und mehr als 100 Teilnehmende bei REWIMET-Symposium zu Ressourcenmanagement

„Der Harz ist ein Industriestandort mit großer Vergangenheit und mit großer Zukunft“, sagte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies mit Blick auf Technologie-Entwicklungen in den Bereichen Rohstoffsicherung, Ressourceneffizienz und Recycling. Mit einer 30-minütigen Rede eröffnete der Minister das Symposium 2019 Ressourcenmanagement. Die Tagung, ausgerichtet vom Recycling-Cluster REWIMET, fand mit mehr als 100 Teilnehmenden aus Wissenschaft und Wirtschaft am 19. September im CUTEC Clausthaler Umwelttechnik Forschungszentrum statt.

Ohne innovatives Ressourcenmanagement werde weder der Klimaschutz noch die Energiewende funktionieren, betonte Lies. Fragen der Wiederverwertung dürften nicht erst gestellt werden, wenn das Produkt schon fertig ist, sondern müssten mit Beginn der Produktgestaltung mitberücksichtigt werden: „Wir müssen weg von der Wegwerfgesellschaft.“ Niedersachsen sei stolz auf den Standort Clausthal, so der Umwelt- und Energieminister: „TU Clausthal, CUTEC und REWIMET stehen sinnbildlich für die Themen Rohstoffsicherung und Ressourceneffizienz.“ Es sei beeindruckend, wie die Universität es geschafft habe, sich aus ihrer historischen Verankerung heraus neu zu erfinden. In der Rückgewinnung von wirtschaftsstrategischen Metallen, von Elektroschrott sowie im Recycling von Batterien bestünden noch große technologische Entwicklungspotenziale.

Treiber dieser Entwicklung sind die Energiewende, die Mobilitätswende und die Digitalisierung, sagte der Clausthaler Professor Daniel Goldmann im Vortrag „Neue Technologien, neue Werkstoffe und neue Marktstrukturen – Herausforderungen für das künftige Recycling und Lösungsansätze in der Recyclingregion Harz“. Größter Rohstoffverbraucher sind nach Goldmanns Worten die Elektrogeräte. In modernen Geräten seien bis zu 53 Elemente enthalten, von denen bisher nur wenige zurückgewonnen werden. Hier könne der Harz als führende Region im Elektroschrott-Recycling sein Potenzial einbringen und entwickeln. „Wir müssen die Wertstoffwende voranbringen, sonst stehen wir Mitte des Jahrhunderts vor größten Problemen“, unterstrich der Recycling-Experte. Ein weiterer Ansatz ist die Wiederaufnahme und Verwertung sogenannter Tailings, also von abgelagerten Rückständen aus früherer Erzaufbereitung. Weltweit gibt es gewaltige Mengen dieser Ablagerungen und jedes Jahr kommt mehr dazu.

Über Bergbaurückstände in der Region informierte Dr. Torsten Zeller (CUTEC) in seinem Beitrag „Tailings des Rammelsberges: Potenzial und Herausforderungen“. In den dortigen Bergeteichen lagern 43 Tonnen (t) Indium, 170 t Gallium, 1200 t Kobalt und rund 1,4 Millionen t Schwerspat. Höher als erwartet ist der Anteil an Kobalt ausgefallen, das für die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien gebraucht wird.

Elektromobile Sternfahrt ausgerichtet

Insgesamt standen im Rahmen der Tagung zehn Vorträge auf dem Programm. Ein Extra bildete die elektromobile Sternfahrt zum Veranstaltungsort unter der Schirmherrschaft von TU-Präsident Professor Joachim Schachtner. Insgesamt 17 E-Autos, Scooter und Zweiräder aus Goslar, Wernigerode, Osterode und Gieboldehausen kamen nach Clausthal-Zellerfeld. Den Zusammenhang erläuterte REWIMET-Cluster-Manager Dr. Dirk Schöps: „Die Mobilitätswende ist eng mit der Rohstoffwende verbunden. Neue Werkstoffe werden entwickelt. Die Nachfrage nach bestimmten Metallen für die Produktion von Batterien, Antriebstechnik und Elektronik wird steigen. Das stellt unser Ressourcenmanagement vor immense Herausforderungen.“    

 

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Nachrichtenalter: 23.09.2019 14:17
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